Freitag, 30. März 2007

es werde lichtplanung!


heute schickte eine freundin diese postkarte. und das ist die passende illustration zu unserer licht- und elektroplanung, über die wir heute mal schnell nebenbei zwei stunden gesprochen haben. ja, sowas schütteln wir doch aus dem ärmel!

wobei der schnellere teil davon die steckdosenplanung ist. wir wollen in den westlichen raumecken jeweils drei dosen. und zwar eingebettet in eine breite, kastenartige fußbodenleiste, von oben steckbar und hinter den zukünftigen betten verborgen. am tisch, dann normal an der wand bzw. am liebsten an der seitenfläche des pfeilers zum fenster hin übereinander angeordnet weitere drei dosen. an beiden seiten der arbeitsfläche jeweils zwei dosen, vielleicht auch den pfeilervorsprüngen. im bad am waschbecken zwei. (hier zu hause haben wir nur eine und das nervt! wenn die elektrische zahnbürste lädt, muß ich mit dem fön immer ins wohnzimmer gehen...). und eine weitere unterhalb des hauptschalters im bad, just in case.

licht ist da schon schwieriger. lichtplanung ist ein gern unterschätztes, nein, eben kein detail, sondern ein hauptproblem, das jede menge gehirnschmalz erfordert. wenn man baut, hat man die chance, es endlich richtig, oder sagen wir mal, endlich seine eigenen fehler zu machen.

es wird also drei "lichtbalken" geben: die querbalken liegen ja jetzt, wo die zwischendecke zwischen raum und spitzboden entfernt worden ist, frei. das sind nun keine dicken dinger wie in einem bauernhaus, aber doch breit genug für, tusch: downlights. diese spots, die überall in den decken stecken seit einigen jahren. so im allgemeinen fand ich die dinger oft nicht sehr schön, vorsichtig gesagt. aber für uns scheint das jetzt zu passen.

ein günstig liegender balken über der küchenarbeitsfläche kann damit über die gesamte breite und genau dort, wo ich es brauche, blendfreies arbeitslicht machen.

der mittig über dem eßtisch laufende balken wird nur über dem tisch und mit dimmbaren spots eben nur den tisch erhellen. und ein balken nahe der westwand soll vielleicht sogar leicht kippbare spots bekommen, damit diese die wand und die bilder daran anstrahlen. jeder balken getrennt schaltbar, der "tischbalken" dimmbar.

plus einen einfachen weißen baustrahler mittig über der querachse des hauses auf einem balken, der nach oben in den offenen, weiß gestrichenen ehemaligen spitzboden strahlt. ebenfalls einzeln schaltbar. damit habe ich an dem pfeiler neben der tür drei innenlichtschalter für arbeitsfläche, westbalken und deckenstrahler. zusätzlich wahrscheinlich dort auch noch einen schalter für außenlicht. der dimmbare schalter für den tischbalken soll möglichst an den pfeiler direkt am tisch, so daß man nicht aufstehen muß, um dort das licht zu ändern. luxus. falls das zuviel aufwand ist, muß der halt auch mit zu den anderen: das wären dann fünf!

eine batterie, ich weiß. schalterluxus. der oberste sollte dann aus gründen der intuitiven bedienung den deckenfluter schalten, damit jeder, der kommt und das haus nicht kennt, automatisch grundhelligkeit herstellen kann, wenn das haus betreten wird.

an den betten wird es dann noch leselampen geben, die in die steckdosen kommen, isjaklar.

im bad brauche ich schmink- und rasierlicht am waschbecken plus eine weitere, wahrscheinlich deckenlampe für grundhelligkeit. getrennt schaltbar, ist schon wieder klar.

außensteckdosen: man braucht mindestens eine außensteckdose, eher mehr. eine vorn an der terrasse und eine öst-seitlich oder nord-hinten? abschaltbar. wie mein bauleiter neulich so schön sagte: man muß ja dem einbrecher nicht auch noch den strom fürs einbruchwerkzeug liefern, gell?! die außensteckdosen können wir aber über den sicherungskasten schalten, wenn sie dort extra abgesichert sind - spart einen schalter.

außenlicht finde ich schwierig. bewegungsmelder, die bei jeder vorbeilaufenden miezekatze das weltall erhellen, finde ich scheußlich. ich hätte gern zwei kleine, nicht zu starke außenwandleuchten (hab solche bullaugen im auge, haha!) rechts und links über der untersten stufe, die ins haus führt. als stufen- und führungslicht.

aber das wird wohl nicht reichen. auch, wenn man sich vorstellt, daß man sommerabends auf seiner terrasse nur bei kerzenschein sitzt, will man ja vielleicht fürs ab- und einräumen etwas grundhelligkeit haben. also brauche ich noch eine wandleuchte, oder? oder zwei? neben der tür geht nicht: rechts davon zu wenig platz, links schlägt die tür auf. jaja, meine haustür schlägt nach außen auf - ich weiß, daß ich verrückt bin, schon gut.

vielleicht an beiden hausecken? südost und südwest? und schon wieder: alles getrennt schaltbar bitte. die batterie der schalter wächst weiter... ich sehe es schon deutlich vor mir: der pfeiler rechts von der haustür wird aussehen wie ein ausstellungsdisplay für schalter! und dann sollen es ja möglichst auch nicht so ganz häßliche sein.

und nun zeige man mir bitte mal schöne außenwandleuchten! nicht in weiß oder schwarz oder grün, sondern zinkmetallfarbig und zum 30er-jahre-vintage-style des hauses passend. und bitte deutlich unter fünftausend euro das stück. danke!

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wort des tages:

aufsparrendampfbremsbahn

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Den Bauherren zur Kontrolle:

Fußboden Bad:
- Fliesen
- Dichtung
- stadur.de Aqua Bord für Dusche, Rest Aqua Verlegeplatte NF
- Ausgleichestrich 3 cm
- Frostschutzgemisch

Fußboden Küchen- und Wohnbereich:
- Dielung
- gutex.de Thermosafe-nf 4cm
- Dampfsperre
- Ausgleichestrich
- Kellerdecke bzw. Frostschutzgemisch

Fußboden Schuppen:
- Betonplatten
- Pflastersplitt
- Frostschutzgemisch zum Ausgleich

Dach Altbau:
- gebrauchte Biberschwänze Doppeldeckung
- Lattung
- Konterlattung
- gutex.de Ultratherm 5cm
- proclima.de DA Aufsparrendampfbremsbahn
- Holzschalung
- Sparren und Innenseite Schalung sichtbar

Dach Neubau:
- Gründach extensiv
- Dachdichtung Kunststoff
- OSB-Platte
- Sparren und Wärmedämmung wie Holzständerwerk (statische Höhe ausreichend?)
- proclima.de DB
- Lattung
- Gipskarton einlagig 12,5 mm
- Farbe

Außenwand Altbau:
- Kalkfarbe
- Kalkputz
- 5 cm Schilfrohrdämmung
- alter Putz
- 11,5er Ziegelwand
- Innenputz

Außenwand Neubau:
- Lärchenschalung horizontal
- Holzständerwerk / gutex.de Thermosafe 8 cm
- OSB-Platte Stöße Luftdicht abgeklebt 15 mm
- Lattung
- Gipskarton zweilagig 25 mm
- Fliesen / Farbe

Außenwand Schuppen:
- wie Neubau ohne Dämmung und Innenverkleidung

Streifenfundament Neubau:
- Straßenbordstein 12/15x30x(100) in Beton mit beidseitiger Rückenstütze verlegt
- Frostschutzgemisch verdichtet 50 cm

Stufen vor der Eingangstür:
- ehl.de Blockstufen grau 15/35 cm

heute kam meine bauleiter-email spät, erst 6.13 uhr. es reißt was ein...

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Mittwoch, 28. März 2007

grobplanung


heute zwei skizzen per email, mittags telefonkonferenz. die zeichnungen vom architekten kommen anfang nächster woche, er macht auch die massenplanung. mit masse ist in diesem fall die masse erde gemeint, die beim schachten bewegt werden muß.

man versucht mal wieder, mich zu einer vertikal verschalten wand für den anbau zu bewegen. einiges hin und her, aber ich kann mich einfach nicht damit anfreunden. ich will es horizontal und ich will lärche.

der anbau wird 7 zentimeter zurückspringen, das sind genau die 7 zentimeter, die die schilfdämmplatten plus putz dem altbau hinzufügen. das ist schön, wenn der anbau sich im sinne des wortes etwas zurücknimmt.

als fundament für den holzständeranbau werden betonbordsteine verwendet. das sind sehr günstige fertigteile, und sie sehen gut aus. ehe man der baufirma verklickert hat, daß man im spritzwasserbereich sichtbeton braucht, meint der bauleiter, hat man besser und günstiger diese bordsteine verlegt. genial. ich liebe es, wenn er so denkt...

es wird nun also zwei fenster im zukünftigen badezimmer geben und damit den durchblickeffekt, wenn man zur haustür hereintritt (und die badezimmertür offen steht). welche maße und welche ausführung - das brauchen wir jetzt noch nicht festzulegen.

der boden im bad wird mit fertigplatten ausgelegt, auf die man direkt fliesen kann. das spart den estrich und dämmt. und es gibt da ein system, das auch eine bodendusche als fertigplatte mitbringt. wir brauchen also keine extra duschwanne - das wäre bei der geringen stehhöhe im bad sowieso ein problem geworden. außerdem muß man der dusche dann nicht ausweichen, man stößt sich nicht den zeh, der raum wirkt größer. zumal ich ja sowieso nur einen duschvorhang will. der muß dann exakt die richtige länge haben, damit das spritzwasser nicht den ganzen boden im bad erreicht. ist alles machbar.

der altbau braucht komplett neue dielung, das war schon klar. quer oder längs, fragt der bauleiter. äh, wie? na längs zur längsachse des hauses oder quer? grübel. quer, entscheiden wir, so, wie es vorher auch war. so läßt sich auch der dreck leichter aus der tür rausfegen, merkt mein mann an. was denkt er doch praktisch!

wir sollten uns jetzt mal langsam gedanken über die elektrik machen: macht hausaufgaben! sagt der mann am telefon. das bedeutet, sich dann doch zügig auf details der inneneinrichtung festzulegen. und möglichst nichts an sonderwünschen zu vergessen. an außenlicht und außensteckdosen zu denken. und jetzt schon einmal einen platz für den sicherungskasten festzulegen. usw. usf. hauptdirektive: man hat nie zu viele steckdosen!

wenn ich den zeitablauf so bedenke, wird wohl frühestens mitte april geschachtet: anfang nächster woche die detail- und massenplanung des architekten, auf dieser basis zwei kostenangebote für die schachtarbeiten einholen (damit man vergleichen kann - ich würde schon gern bei unserer jetzigen baufirma bleiben), dann die ca. zehntägige vorwarnzeit für die anderen gartenbesitzer, die dann maximal drei tage den weg nicht benutzen können... na, mitte april, nicht früher.

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Montag, 26. März 2007

pufferbaustelle

und schon ist man wieder erlöst vom größenwahn: die villa hildegard ist eine pufferbaustelle für die firma, die dort gerade noch die restlichen abrißarbeiten erledigt. das heißt, immer wenn auf anderen richtigen baustellen mal luft ist, arbeitet man bei uns. ich hab damit kein problem, so ist es eben, ich will ja dort auch nicht einziehen, ich hab meine wohnung nicht gekündigt und sitze auf gepackten koffern, wie andere bauherren mit richtigen baustellen...

und noch eine erklärung vom bauleiter, der heute anruft und damit meine theorie der gedankenübertragung stützt: das treffen mit dem architekten ist erst morgen. letzten freitag war der wohl willens, sich in unseren garten zu schleppen, aber er klang wie ein kranker frosch, sagt mein bester mann vor ort. da die konzentrationsfähigkeit von kranken fröschen nun wirklich sehr zu bezweifeln ist, begrüße ich die verschiebung des termins.

morgen also. und wenn der architekt mit seinen hausaufgaben fertig ist, kann die angebotsorgie für die verschiedenen leistungen losgehen. und dann: schachten schachten schachten!

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jahrgang 1912

heute vor zehn jahren ist meine oma hildegard gestorben. es war in diesem jahr der mittwoch vor ostern.

irgendwann in den fünfziger jahren, mein vater kann sich nicht mehr genau erinnern, haben meine großeltern den kleinen garten am rande der stadt gekauft. nach der scheidung meiner großeltern blieb der garten eigentum meiner oma und war ihr geliebtes refugium. ich erinnere mich, wie oft wir von ihrer wohnung bis in den garten gelaufen sind, weil der bus gerade weg war oder das wetter so schön. heute weiß ich, daß es knapp zwei kilometer sind, damals kam mir der weg oft sehr sehr lang vor, besonders an heißen tagen. auf dem rückweg hatten wir dann einiges zu tragen: stachelbeeren, äpfel, ein kissenbezug, der ausgebessert werden mußte. und immer blumen für die vase auf dem wohnzimmertisch...

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Mittwoch, 21. März 2007

der windfang: hinweg! und fortgerissen!


hier kann man ihn noch ganz und halb weg sehen - jetzt ist er fort, ein häufchen trauriger bauschutt nur noch...

(motto des tages: der bauleiter schickt fotos!)

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es war die lerche und nicht die nachtigall...

5.57 uhr. in worten: fünf uhr siebenundfünfzig! um diese uhrzeit schickt der kerl, vulgo bauleiter, seine email mit fotos und infos an uns ab. ich glaube, um diese zeit hatte ich gerade meinen seltsamen tornado-traum, in dem ich versuchte, kellerfenster mit alten türen zuzunageln, während niemand um mich herum glaubt, daß da ein tornado -

aber das ist eine andere geschichte.

schickt also fotos und schreibt u.a., am freitag hätte er einen termin mit dem architekten "zur fachlichen planung der holzarbeiten". made my day! so liebt die nachtigall ihren späten tagesbeginn: nach traumtornado beim frischgepreßten kaffee "sumatra" fühle ich mich wie ein chinesischer großinvestor, der sich angesichts der gelungenen wahl seiner mitarbeiter schon auf die geschmorten hühnerfüße zum lunch freut... hach! und das bei 473 qm grundstück und ca. 30 qm geplanten, umbauten raumes.

als endgültiger beweis für mein glückliches händchen hier noch ein zitat aus der email:

mit rastloser schwerer wochenlanger anstrengung war es möglich, dass nun alle dachziegel von der jahrhundertbaustelle müller nach schulzdorf ins zwischenlager gebracht wurden. (eigen- und ortsname geändert - d. verf.)

die rede ist natürlich von meinen biberschwänzen. wesentlich hieran ist aber, daß bei der auswahl des bauleiters ganz oben auf der liste, rot unterstrichen, steht: sinn für humor, gern lerche.

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Donnerstag, 15. März 2007

unser korrespondent vor ort

sagt, alles geht seinen gang. der meiste schutt sei abgefahren, die decke sei immer noch nicht ganz geöffnet, aber in arbeit.

als nächstes, sag ich, wäre dann doch wohl das schachten dran, oder? unser bauleiter stimmt zu, er wird angebote einholen, nachdem er noch über ein paar einzelheiten nachgedacht hat...

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Sonntag, 11. März 2007

stand der dinge

das wasserproblem ist gelöst, der zugangsschacht kann in zwei, maximal drei tagen gebaut werden.

der anbau wird nun doch, wie am anfang gedacht, in holzständerbauweise ausgeführt.

wir dämmen das haupthaus mit schilfplatten.

wir bekommen schummel-iso-fenster.

das haus braucht eine komplett neue dielung in normbreite (weil günstig) und wahrscheinlich fichte.

der dachstuhl macht bis jetzt einen guten eindruck.

wir haben auch auf der anderen seite nette nachbarn, der familienvater ist bestatter - den kann man dann mal brauchen...

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heinrich schwarz


er war der mann, von dem die familie das haus gekauft hatte. heinrich schwarz war buchhalter in der klempnerei meines opas. sein namensschild haben wir außen am fuß der südostecke der villa hildegard gefunden.

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geschichte aus der zeitung nr. 317


wir rätseln ja immer noch, wann und in welchen schritten die villa hildegard gebaut worden ist. beim aufnehmen des küchenfußbodens, der unter pvc-fliesen aus ddr-zeiten aus steinplatten bestand, kamen nun alte zeitungen zum vorschein. die existenz dieser platten hatte zu der annahme geführt, daß dieser teil des hauses später als terrasse angefügt wurde, und noch einmal später diese terrasse dann zugemauert und zur küche wurde. die zeitungen kleben an der unterseite der steinplatten; ich weiß nicht, aus welchem grund man solche platten mit zeitungen kaschiert hat...

mit den zeitungsfunden haben wir jetzt den eindruck, die terrasse war gleich von anfang an mit dabei. zwar gab es kein stück zeitung mit datum, dafür aber ein stück lesbarer artikel, in dem über eine vorschrift berichtet wird, die im nachgang zu bekanntmachungen vom april und august 1927 ergangen ist. außerdem fand sich der name der zeitung und eine ausgaben-nummer: allgemeine thüringische landeszeitung deutschland, nr. 317.

die allgemeine thüringische landeszeitung deutschland ist die vorgängerin der thüringischen landeszeitung:

Ein deutlich früheres Gründungsdatum könnte so eigentlich die „Thüringische Landeszeitung“ begehen. Als die Zeitung nach dem 2. Weltkrieg im Herbst des Jahres 1945 startete, tat sie dies mit Unterstützung einer Anzahl weiterer thüringischer Traditionsverlage als gemeinsame Genossenschaft im alteingesessenen Weimarer Panse-Verlag. Auch der Name der „Thüringischen Landeszeitung“, die im Umfeld der Liberal-Demokratischen Partei gegründet wurde und später vollständig in deren Eigentum geriet, verweist auf einen Vorläufer aus dem Panse-Verlag, nämlich die 1849 gegründete und bis 1943 erschienene „Allgemeine Thüringische Landeszeitung Deutschland“. Da nach dem Zweiten Weltkrieg als Parteizeitung wiederauferstanden, entfiel 1945 aus dem alten Titel die politisch nun zu breit wirkende Bezeichnung „Allgemeine“, ebenso der Zusatz „Deutschland“.
quelle

ich denke im moment also, daß unser gartenhaus in den dreißiger jahren gebaut wurde: die neue vorschrift, die sich auf bekanntmachungen von 1927 bezieht, wird wohl noch vor der machtergreifung der nazis ergangen sein, da diese sich vielleicht eher nicht für "Wohlfahrtspfleger (Fürsorger, Sozialbeamte)", na, ich sag's mal lax: interessiert haben. und darum geht es in dem artikel.

auf dem foto oben besonders schön ist die stellenausschreibung für einen mahnkorrespondenten: "Suche zum ... April 22-25jährigen gelernten Buchhalter als selbständ. und flotten Mahnkorrespondenten"

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Samstag, 10. März 2007

gulliver aus brula

nein, kein held aus einem mythischen nordischen reich, sondern der beste ofen sagt der bauleiter. ich hatte gefragt, ob es auch öfen gibt, die nicht schwarz sind. und da ist er, ein grundofen allerdings, kein kaminofen.

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kommunikation ist alles!

nachdem wir heute nachmittag erst einmal allein den rückbaufortschritt (sic!) der villa hildegard beguckt haben, treffen wir uns abends mit unserem bauleiter:

als erstes gibt es ein nachtragsangebot der baufirma; bei der leistungsausschreibung für die abrißarbeiten gab es ein kleines mißverständnis, z.b. war der firma nicht klar, daß die komplette decke herausgenommen werden soll. und das war dann natürlich auch nicht mit kalkuliert im ersten angebot. das ist kein beinbruch und kommt eigentlich regelmäßig vor. jetzt also der nachtrag, ich schreibe zum zweiten mal: auftrag erteilt!

kommunikationsprobleme scheinen ein element des abends zu sein. ein beispiel: wir reden über die dämmung. die platten, die außen ans haus kommen sollen, wären ca. 7 bis 8 zentimeter dick. ganz schön fett, sag ich, ich hatte 5 zentimeter mißverstanden. geht's auch dünner? ja, sagt der bauleiter, mit schilfmatten. aber ich dachte, sagt er, das wäre nicht so euer fall... warum nicht, sag ich. schilf ist doch schön, nachwachsender rohstoff, sehr sympathisch, blablabla. und dünner, wie ich sehen kann, als ich die kiste mit verschiedenen stücken dämmmaterial zu sehen bekomme. also dämmen wir jetzt mit schilf.

außerdem bauen wir den anbau jetzt doch in holzständerbauweise, u.a. spart das wanddicke und schafft damit mehr fläche im bad - wir ringen um jeden quadratzentimeter.

wegen der lüftung im bad hat unser bauleiter-dämm-und-baugesundheits-spezialist noch so seine bedenken: ob wir nicht doch ein zweites fenster einbauen wollen? zusätzlich zur ost- auch an der nordseite? zum querlüften? nun sind fenster an der nordseite ja eigentlich nicht die erste wahl: diese seite ist kalt und dunkel. aber lüftung ist extrem wichtig bei einem haus, daß während des winters nur wenige male benutzt, dann aber geheizt und mit hoher luftfeuchtigkeit durch duschen und kochen versorgt wird. also denke ich jetzt über ein zusätzliches fenster im norden nach, das mich schrankstellfläche kostet, die anordnung der sanitärelemente beeinflußt, aber dafür die möglichkeit eröffnet, bei geöffneter badezimmertür durch das ganze haus durchzugucken. und mit sichtachsen bin ich ja berufsbedingt zu ködern...

das ganze bauprojekt enthüllt nach und nach seine sehr speziellen herausforderungen. besonders schwierig finden wir es, ein vertretbares maß für den aufwand zu finden, den wir treiben, um in der kalten jahreszeit das haus punktuell nutzen zu können. ich will und muß da ja nicht drei wochen am stück bei minus fünfzehn grad aushalten. es sind möglicherweise drei bis sechs wochenenden! das haus steht also normalerweise kalt da, inklusive aller konsequenzen für die wasseranschlüsse (ablassen bis zum hauptwasserhahn im frostsicheren keller, in trapse und ins klo frostschutzmittel geben). wenn ich komme, muß es schnell warm werden und ein bißchen bleiben, damit ich nicht morgens mit rauhreif auf der bettdecke aufwache. und während ich da bin und besonders, bevor ich gehe, muß ich alles gut durchlüften, damit sich nicht feuchtigkeit an den erkaltenden wänden niederschlägt und sich schimmel bildet. und das alles soll dann bitte auch noch unter wirtschaftlichen und ökologischen gesichtspunkten sinnvoll sein.

wir, besser gesagt hauptsächlich unser bauleiter und wir müssen also nun überlegen, wieviel - auch finanziellen - aufwand wir treiben für vielleicht sechs wochenenden im jahr. den rest der (warmen) zeit gibt es ja diese probleme nicht.

und dann müssen auch noch kommunikative mißverständnisse wie ich dachte, schilf ist nicht euer ding behoben werden... das alles geschieht im moment auch noch im luftleeren raum, d.h. wir haben noch keinerlei zahlen und wissen nicht, wie hoch der finanzielle aufwand für die verschiedenen varianten ist. dafür ist es wohl einfach noch zu früh.

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mhmm, was ist das?

sagt der bautischler-freund und tastet mit dem fuß auf den dielenenden (liest sich super, gell?) an der nordwand im früheren "wohnzimmer" entlang. merke auf: wenn ein handwerker, noch dazu ein befreundeter, vor sich hinmurmelnd sein selbstgespräch mit mhm, was ist das? beginnt, ist gefahr im verzug! die adäquate reaktion besteht in den worten: was? was?! der ton: entschlossen (ich will es wissen, sagen sie mir die wahrheit, herr doktor!), mit einem hauch mitleidheischender hysterie.

die dielen, sagt der tischler. dann bückt er sich und fummelt mit der hand an den dielen herum und dann hebt er ein stück diele hoch, einfach so. wendet sich mir zu, hält das stückchen morsche diele hoch, guckt und wartet ab. jetzt muß messerscharfes mitdenken demonstriert werden: die dielen sind hin, sag ich. ja, naja, sagt er und wippt mit dem fuß auf dem nachgebenden bodenstück, es knirscht sehr sanft und morsch: schon, naja, irgendwie...

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abrißphase: vorher und nachher, innen 3



der hauseingang, rechts die trennwand ist schon weg, der windfang auch schon zur hälfte. die neue haustür wird ein fenster haben: für mehr licht und durchblick durchs haus...

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abrißphase: vorher und nachher, innen 2



da geht's ins bad - naja, noch nicht, jetzt geht es erst einmal ins freie. der türdurchbruch war schon immer da, er ist nun einfach geöffnet worden. ich muß mir überlegen, ob ich im zukünftigen badanbau dort nicht doch ein fenster einsetzen lasse. es ist zwar die nordseite und daher nicht sehr hell; aber diese sicht durch das haus hindurch ist schon sehr reizvoll.

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abrißphase: vorher und nachher, innen 1



hinter dem alten wandschrank verbarg sich ein stück wand, das mit einer alten wickeltechnik verziert war. allerdings war diese grünliche farbschicht nur eine von vielen, an einer kleinen, abgeplatzten stelle sah man auch orange, gelb und blau darunter...

mein vater vermutete, der schrank wäre vielleicht vom tischler toll (ja, der hieß wirklich so!) eingebaut worden. die tischlerei toll wäre in der gleichen straße wie die klempnerei unserer familie gewesen, man kannte sich und half sich gegenseitig in zeiten des mangels.

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abrißphase: vorher und nachher 6



die rückseite: dort wird an stelle des glasdaches der anbau für bad und schuppen sein.

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abrißphase: vorher und nachher 5



der windfang von der terrasse aus gesehen. das sind jetzt unsere fotos, mit der kamera der freundin gemacht - ich hatte meine natürlich zu hause vergessen, isjaklar.

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Donnerstag, 8. März 2007

alles ist schon gut so

finden wir. mit den eindrücken aus diesen vier fotos (siehe unten) sind wir schon sehr zufrieden: alles wirkt ganz logisch und passend für das haus und uns. bis jetzt haben wir gute entscheidungen getroffen und das läßt uns hoffen, daß es so weitergeht. ein guter anfang!

und übermorgen fahren wir runter und besprechen mit unserem bauleiter die nächsten schritte...

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abrißphase: vorher und nachher 4



das haus von hinten, die nordseite. hier hat sich vielleicht am meisten verändert: den alten birnbaum haben wir schon im letzten november fällen müssen; man hätte ihn schon fast mit der hand umwerfen können, so morsch war er im inneren! das glasdach ist fort, rechts das alte plumpsklohäuschen ist weg, und der immer schon vorgesehene türdurchbruch ist geöffnet worden. das wird dann die tür in den kleinen badezimmeranbau. außerdem ist der morsche schornsteinkopf abgerissen und die bröselige überdachung der kellertür (im vorher-foto stehen grüne plastikstühle drauf) ist entsorgt. den bauarbeitern sei's gedankt!

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abrißphase: vorher und nachher 3



die vorderseite der villa hildegard. ich habe lange gebraucht, um mir über die existenzberechtigung dieses windfangs klar zu werden. aber er war letztlich stück- und frickelwerk, überhaupt nicht praktisch und verlängerte den weg zur terrasse - also hatte sein letztes stündlein geschlagen. ob obwohl er auf dem foto noch nicht komplett weggerissen ist, bin ich jetzt schon froh über meine entscheidung!

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abrißphase: vorher und nachher 2



etwas anderer blickwinkel, aber in beiden fällen die ostseite des hauses. also der gegenschuß zu "vorher und nachher 1".

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abrißphase: vorher und nachher 1



ich bin fast geplatzt vor neugier die letzten tage. und eben ruft der bauleiter an und sagt: ich schick dir mal'n paar fotos...

dies ist der blick in den "küchenbereich" und den östlichen gartenteil dahinter. vor den abrißarbeiten stand ja noch eine trennwand im haus. das erklärt, warum ich bei diesem vorher-foto nicht weiter zurücktreten konnte und es deshalb jetzt etwas abweichende kamerablickwinkel gibt. im nachher-foto sieht man die baustütze, die vorsichtshalber eingezogen wurde; wir werden sehen, ob wir später den deckenbalken dort dauerhaft stützen müssen. was man aber trotz der noch vorhandenen decke (die auch herauskommt) schon sehen kann: dieser teil der villa hildegard wird lichterfüllt sein wie ein wintergarten!

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Mittwoch, 7. März 2007

besser als im traum

nachdem ich heute nacht den ersten albtraum zur villa hildegard hatte,

(der plot: das ganze grundstück ist unterkellert! und dieser eingesturzgefährdete keller vollgestopft mit familienerinnerungen: fotoalben, alte schallplatten, tagebüchern aus meiner kinderheit... außerdem hat er eine verbindung mit einem stillgelegten eisenbahntunnel und überall kramen völlig inkompetente handwerker herum, die noch nicht einmal in der lage sind, die wasserleitung ausreichend tief in die erde zu verlegen!)

kamen die nachrichten vom bauleiter sehr gelegen: heute morgen hat er sich mit meinem nachbarn, einem der vorstände der wassergemeinschaft und dem chef der baufirma getroffen. das wasserproblem ist gelöst! wir brauchen nicht das halbe grundstück meines nachbarn zur rechten und unsere ganzes grundstück entlang auf dem fahrweg zu schachten, sondern können den wasserstrang direkt anzapfen (das t-stück, das t-stück!) und bekommen damit unsere unabhängige und vor allem frostsichere wasserversorgung inkl. eigener wasseruhr. außerdem gehen die abrißarbeiten gut voran, und der elektriker legt heute noch einen baustrom-anschluß. das geht da jetzt wie's burgerbraten...

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Dienstag, 6. März 2007

die fachfrau für farbe

auf meinem weg durch die stadt komme ich heute wieder an diesem kleinen laden vorbei, der für mich hier zu hause die verkörperung des einrichtungsstils ist, den ich für die villa hildegard möchte. vor ein paar wochen war ich schon einmal hier, kam mit der besitzerin ins plaudern und erzählte von meinem kleinen bauprojekt. sie reagierte so begeistert wie eine alte freundin und war nicht einen moment davon abzuhalten, mir eben mal schnell ein paar sehr gute ratschläge mitzugeben: starten sie von anfang an mit einer ganzen palette von weißtönen! lassen sie sich nicht von den ausführenden malern zu irgendwas überreden! entscheiden sie sich für eine begleitende metallfarbe! arbeiten sie nicht mir starken kontrasten - das sieht man sich schnell über!

heute ist sie gerade dabei, ihren serviettenständer vor der tür aufzufüllen, und als ich sie grüße und frage, ob sie sich an mich erinnert, sagt sie: ja, sie sind die frau mit dem kleinen gartenhaus! wie läuft es denn? und nach dem austausch über die frischen nachrichten, frage ich sie, ob ich sie neulich richtig verstanden hätte: sie würde doch auch professionelle farbberatung anbieten? ja, natürlich, jederzeit gern: sie gehen dann hier mit einer liste von farbnummern raus! bringen sie fotos, grundriß und farbbeispiele mit, die ihnen gefallen, und dann kann ich ihnen ihre farbwelt bauen.

es ist so erleichternd, mit fachleuten zu sprechen! besonders, wenn man als ambitionierter laie weiß, wieviel man falsch machen kann mit farbe. und dann hat man die farbe am haus und muß immer weggucken, weil es so grausig ist...

und servietten gekauft, isjaklar.

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abreißen geht schnell

so schnell, daß ich es heute kaum glauben kann, als mein bauleiter mir erzählt, was gestern schon alles geschafft worden ist: das klohäuschen abgerissen, das glasdach an der nordseite schon fort, die trennwand im haus weg, die halbe decke und das dach des windfangs.

beim entfernen der trennwand hätte sich der daran gebaute schornstein als flick- und stückwerk gezeigt. er würde raten, sagt der bauleiter, das ganze mit wegzureißen und später einen neuen fertigschornstein einzusetzen. gehört, überlegt, für gut befunden: weg damit!

ob wir nicht nächstes wochenende wieder kommen könnten, um den weiteren bauablauf zu besprechen: die werden diese woche fertig! es geht so schnell jetzt, so schnell!

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Donnerstag, 1. März 2007

es geht jetzt wirklich los!

kommenden montag. die dritte angefragte firma hat dankend abgelehnt, das angebot der zweiten ist sehr gut und vor allem: sie können montag anfangen, wir müssen nicht bis april warten!

ich schreibe das erste mal für dieses projekt auftrag erteilt! auf ein blatt papier...

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