Freitag, 29. Februar 2008

die bäume sehen aus wie bäume

sagt der tischlerfreund am telefon. er war diese woche noch einmal im haus, um die badezimmertür anzupassen. wieviel schnittgut gibt es denn? naja, sagt er, ist schon ein großer haufen, liegt aber locker.

am nachmittag dann erbarmt sich der bauleiter und macht fotos. allerdings hauptsächlich vom wege- und terrassenbau, darum geht's ihm nämlich vordergründig. aber er macht auch fotos von bäumen und - sie sehen wirklich noch aus wie bäume! sie haben federn gelassen, aber ich kann nicht sehen, daß einer seine grundform komplett eingebüßt hätte.

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gewöhnungsbedürftig, aber sehr nett

sei der bordsteinkantenverlauf am weg auf der westseite, schreibt der bauleiter zu diesem foto:

ich finde es nicht nur nett, sondern richtig schön. der weg hat jetzt mehr charakter als vorher, als er einfach und geradewegs auf die alte sitzgrotte der oma zuführte. und zu füßen der ligusterhecke ist ein pflanzplätzchen im schatten entstanden! darüber freue ich mich, seit ich gelernt habe, wieviele schöne schattenpflanzen es gibt...

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Sonntag, 24. Februar 2008

wegebau mit unbekanntem

ich kenne nicht nur nicht den mann, der meine bäume gestern beschnitten hat. ich kenne ebenfalls noch nicht den mann, der jetzt die letzten wunden im außenbereich der villa hildegard - vulgo: garten - heilt. vom bauleiter nur beim vornamen genannt, heißt er bei uns einfach graf wetter vom strahl (insiderwitz, kleiner tip: es hat etwas mit seinem namen zu tun).

jedenfalls hatte sich der graf schon am donnerstag den bereich zwischen der westwand des hauses und der ligusterhecke vorgenommen und schon ganz ordentlich wieder alte platten verlegt. und der bauleiter schickt heute erst die fotos! unerhört!

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Samstag, 23. Februar 2008

baumschnitt mit unbekanntem III

deine bäume sind beschnitten! sagt der bautischlerfreund am telefon. ach! ich bin überrascht, mitte letzter woche hieß es noch, es wird wohl anfang märz. ja, sagt der freund, gestern rief der mann mich an und bat mich, ihm eine leiter in den garten zu stellen (ähem, wir haben noch keine große leiter...). und heute nachmittag rief er an und sagte, er sei fertig. und wieviel bekommt der mann nun dafür?

der freund nennt eine summe, die so peinlich gering ist, daß ich dies hier nicht veröffentliche. auf derartige bescheidenheit reagiere ich gewohnheitsgemäß sofort mit der frage nach den bevorzugten endprodukten alkoholischer gärung: bitte, find' heraus, was der mann gern trinkt, ja? klar, sagt der freund, kein problem, finden wir 'raus! und die lächerlich geringe summe würde er auslegen, ebenfalls kein problem. und nein, er würde nicht wissen, wie die bäume aussähen, er wäre ja heute nicht dort gewesen. oh himmel! kann mal bitte jemand hinfahren und fotos machen? hallo? irgendjemand?

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Mittwoch, 13. Februar 2008

baumschnitt mit unbekanntem II

ich geb dir mal den mann, der deine bäume schneiden wird, sagt der bautischlerfreund am mobiltelefon. kurz vorher hatte er schon einmal angerufen, um sich zu vergewissern, ob ich auch erreichbar bin. ach, er kann so umsichtig sein!

und da ist er, besser gesagt, seine stimme, und er klingt nett, sehr down to earth. ach, sagt er, soviel arbeit ist das gar nicht, ein vormittag vielleicht. ja, so wie die bäume aussehen, wäre seit sechs bis sieben jahren nicht mehr geschnitten worden. das kommt hin, der garten war ja die letzten zehn jahre in der hand einer pächterin. ich weiß, sag ich, die pflaume auf der terrasse sieht schlimm aus, nicht wahr?! ja, sagt er, aber es ist eben ein alter baum, so lange er lebt, würde ich ihn nicht wegnehmen!

das ist mein mann, der mann mit der richtigen einstellung. ich hatte solche angst davor, er könnte so ein baumschlachter sein mit dieser hau-weg-einstellung, die viele haben angesichts alter bäume, die nicht mehr tonnenweise gesundes obst bringen. ich aber will gar nicht so viel ertrag, ich werde sowieso oft nicht zum richtigen erntezeitpunkt dort sein können.

das sag ich ihm auch: bitte keine noch höheren erträge! die klitzekleinen kornäpfel - und davon hab ich gleich zwei bäume - haben mich im letzten sommer schon mit gefühlten tonnen ertrag gequält. die werden dann automatisch größer nach dem schnitt, sagt der mann, dann lohnt es sich wieder, daraus apfelmus zu kochen. sehr schön! weniger, aber größer, das gefällt mir!

und dann bitte ich ihn noch, den einen trockenen stummel stehenzulassen, den, auf dem immer die amsel sitzt. und der so praktisch ist, um die jacke oder die tasche dranzuhängen. klar, sagt er, wenn sie das so wollen, kann der bleiben.

aber diese woche wird's wohl nix mehr, sagt der mann. kein problem, er hat völlig freie hand bei der terminwahl. schön, sagt er, aber februar, spätestens märz muß es schon sein, das schaff' ich aber auf jeden fall.

sehr schön. na gut, ich gebe zu, daß ich immer noch ein bißchen angst habe, aber das vertrauen überwiegt nach unserem telefonat. schließlich beschneidet der mann auch die bäume im weltkulturerbe, das geht nur mit respekt...

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Montag, 11. Februar 2008

die pfingstrosen meiner oma


da ich heute nach wochenlangem mitlesen das erste mal selbst etwas in diesem sehr empfehlenswerten forum gepostet habe, möchte ich sie hier noch einmal zeigen: die pfingstrosen meiner oma im letzten jahr. das foto hat unser bauleiter gemacht, danach hat er dann mit der motorsense den rechten unteren teil der wegrabatte und die rechts liegende wildblumenwiese umgelegt, damit der bagger, der wenig später dann kam, nicht alles unkontrolliert niederfährt.

nach der langen trockenperiode im letzten frühling war es für mich ein wunder und ein segen, daß der garten so grün und üppig wird ganz ohne mein zutun. danach wandelte er sich ja dann bekanntermaßen in einen tagebau...

nun bin ich gespannt, ob und was von den pflanzen wiederkommt in diesem jahr. aber keine bange, an pfingstrosen, die meine oma so liebte und dies an mich weitervererbt hat, gibt es wirklich noch genug in diesem garten, selbst wenn eine niedergemähte und plattgefahrene nicht zurückkehren sollte.

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Samstag, 9. Februar 2008

verwirrte bauleiter und mutige tischler

die floristenfreundin, zurückgekehrt von ein paar tagen urlaub im schnee, ruft an: sie vermißt ihre freunde, wann wir denn mal wieder kämen? das hängt von deinem mann ab, sag ich. wir brauchen eine badezimmertür! und eine arbeitsplatte! und die öffnungsscheren der giebelfenster...

ich geb ihn dir, sagt sie, aber natürlich erst, nachdem wir beiden frauen ausgiebig getratscht haben. die sind drin, sagt der bautischlerfreund, und meint die scheren (das sind die dinger, die machen, daß unsere beiden giebelfenster beim aufklappen nicht komplett nach unten fallen, sondern eben angekippt stehen bleiben). achso, sag ich, während deines urlaubs? hat dein geselle? ich denke, das geht nicht alleine?

dochdoch, sagt der tischler, ging schon. aber der bauleiter war verwirrt, weil er der meinung war, daß da ein öffnungsgestänge dran müßte. nö, ach nö, sag ich, das hatten wir doch schon vor monaten abgewählt. weiß ich, sagt der tischler, aber der bauleiter hat meinen vater angerufen, und mein vater hat mich angerufen und war ganz aufgeregt deswegen. im urlaub! oops, sag ich, sorry. na, sagt der tischler, nicht so schlimm, hat sich alles aufgeklärt, weil: ich war mir sehr sicher. mit recht, sag ich.

aber, sag ich, das ist ja nett, daß ich so nebenbei erfahre, daß endlich die öffnungsscheren an den giebelfenstern sind! gern geschehen, sagt der tischler.

und dann wird er ganz mutig und fragt, wann wir denn endlich mal wieder kommen. und ich sage, er soll froh sein, daß ich nicht in seiner küche sitze, weil ich ihn sonst ein bißchen am hals würgen würde! grrr! ja, meint er, er sei doch tatsächlich ganz froh, daß wir unseren hauptwohnsitz so weit weg von ihm hätten...

nein, ich schrei' ihn nicht an, ich hab ihn noch nie angeschrieen, er ist ein freund, und schreien würde auch nicht helfen, es hilft ja nix! also sag ich: wir kommen, wenn wir eine badezimmertür haben! und wenn die arbeitsplatte soweit ist, daß wir dir beim einbau zur hand gehen können! es liegt an dir!!! na, sagt er, dann mache ich das eben nächste woche, klar, mach' ich, warum nicht?!

ja, klar, warum nicht? frauen am rande des nervenzusammenbruches...

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Donnerstag, 7. Februar 2008

licht am seil


gestern hatte ich den elektriker (senior) angerufen, um ein bißchen druck zu machen: wir warten auf die montage unserer seilsysteme! ja, sagt er, wollte der junior morgen sowieso machen, steht auf dem plan. und tatsächlich kann der bauleiter am nachmittag fotos machen vom fertigen licht am seil. nur mit der farbe der abdeckung am kabelauslaß ist er nicht zufrieden, sie ist eben nicht alpinweiß wie bestellt. mhm, mal sehen. entweder der elektriker tauscht sie doch noch aus, oder sie wird mit wandfarbe überstrichen. kein beinbruch, es überwiegt die freude!

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Samstag, 2. Februar 2008

baumschnitt mit unbekanntem

kleine städte, wie die, an deren rand die villa hildegard liegt, haben große vorteile, die natürlich auch gleichzeitig ihre nachteile sind, je nachdem. wenn man zum beispiel mehrere obstbäume hat, die seit jahren nicht mehr geschnitten wurden, dann erzählt man einfach davon. der freundin beim wein, dem freund in seiner werkstatt, dem bauleiter beim bauleiterfrühstück, der angestellten der freundin im blumenladen...

es gibt zwei methoden: entweder man fragt direkt, wozu ich offengesagt eine große neigung habe. man erzielt gute ergebnisse damit, aber es bringt nicht so viel spaß. kleinstadtadäquater (nein, nicht kleinstadtäquator!) ist es aber, ein bißchen um den brei herumzureden. das geht so:

auf die frage, wie es denn mit der villa hildegard vorangeht, sagt man: gut, sehr gut, sehr schön! dann macht man eine pause. warten, noch ein bißchen warten. dann seufzt man. nicht zu stark, man hat ja keine existentiellen probleme! nur so ein bißchen: ach, naja. die bäume. jetzt wieder warten. unbedingt eine nachfrage abwarten! was sei denn mit den bäumen?

naja, nichts eigentlich, schöne alte obstbäume eben, alt vor allem, aber wirklich schön, liebenswert, voller erinnerungen an kindheitstage, die man in der hängematte unter diesen bäumen zugebracht habe. pause machen. das gegenüber muß unbedingt gelegenheit bekommen, eine ähnliche geschichte zu erzählen, sich zu erinnern, zu schwelgen, eben einen kleinen schwatz halten zu können. weiter warten!

zurückgekehrt aus der erinnerung wird der kleinstadtbewohner, der dazu neigt, alles, was sich in seiner stadt abspielt auch für seine ureigenste sache zu halten, sagen: aber, naja, müßten die bäume denn nicht mal beschnitten werden? vorsicht! jetzt nicht aus der deckung kommen, schön den ball flach halten und in etwa so erwidern: ja, vielleicht, schon, könnte sein, wo du das jetzt sagst, habe ich auch schon mal gedacht, aber ich weiß ja nicht so viel über bäume, naja, geschnitten werden müssen sie wohl schon, oder?

und da ist er, der moment, wo das gegenüber zu hochform aufläuft, sein bestes und einfachstes gibt und dir die vorteile kleiner städte unter die nase reibt. in unserem konkreten fall sagte der bautischlerfreund, er würde mal seine mutter fragen, die kenne da einen alten gärtner, der in den örtlichen parks auch immer und schon seit jahrzehnten die obstbäume schneidet. er könne sich erinnern, daß seine mutter erzählt hätte, dieser mann würde das auch für andere leute machen gegen kleines geld.

so läuft das hier. ein großstadtbewohner hätte einem geraten, online die nächste baumschule zu suchen und dort zu fragen, ob sie denn auch alte bäume schneiden. fertig.

und wie steht es nun mit unseren bäumen? also: die mutter vom freund hat den mann gefragt, der hat gesagt, er macht es, würde sich beim freund melden, damit man zusammen mal in den garten fahren kann, um zu gucken. nach erfolgter diagnose würde der mann - und das sei eine unveränderliche bedingung! - dann auf den seiner meinung nach perfekten wintertag für den baumschnitt warten und dann zuschlagen. äh, schneiden.

das bedeutet mehreres: meine bäume werden vielleicht dieses jahr nicht mehr geschnitten, weil es bis jetzt ja schon keinen einzigen ordentlich kalten wintertag gab und vielleicht auch nicht mehr gibt. falls doch, kann ich nicht so schnell wie der mann vor ort sein, denn ich muß dafür 265 kilometer fahren. meine bäume werden also beschnitten, ohne daß ich dabei bin. meine bäume werden von einem mann beschnitten, den ich nicht kenne, dessen namen ich nicht weiß und den ich vielleicht nie zu gesicht bekommen werde, weil selbst die geldübergabe über die mutter des freundes laufen könnte. meine bäume könnten nach dem beschneiden aussehen wie amputierte rentner oder wie alte hippies, die sich endlich die haare geschnitten haben und jetzt auch wieder von jungen dingern angelächelt werden.

no risk, no fun. ohne vertrauen geht in kleinstädten gar nichts.

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Freitag, 1. Februar 2008

zäh wie honig

sei das momentan, schrieb der bauleiter vor einiger zeit. er versucht sein bestes, die noch verbliebenen leistungen bei den handwerkern abzurufen, aber beim elektriker ist das seilsystem noch nicht da (nein, wir haben uns keines ausgesucht, das man extra handanfertigen müßte!), der mann, der die außenanlagen wieder instandsetzen soll, konkretisiert sein angebot nicht, und der tischler, naja, ist eben der tischler...

das ist so, denke ich, leider ziemlich normal, am ende franst alles etwas aus, die kleinen dinge eben, die man immer wieder verschieben kann, wenn jemand anderes dreißig fenster oder klingeln oder terrassen auf einmal braucht. mhm. ja. naja. aber immerhin hat der fußbodenleger bei sich einen rest linoleum gefunden, uns ein stück davon per post geschickt, wir fanden die farbe nicht perfekt, aber passend für unsere arbeitsplatte auf der küchenzeile. nur zum tischler geliefert hat er das linoleum noch nicht, so daß der ja auch nicht mit der arbeitsplatte anfangen kann. jaisklar.

hier eine liste, was noch fehlt:

vom tischler: die badezimmertür! wir brauchen eine badezimmertür! präziser gesagt braucht das haus eine tür zum bad, damit beim duschen die feuchtigkeit im bad bleibt und von dort rausgelüftet werden kann. und sich eben nicht im ganzen kleinen haus verteilt. die kippscheren in unseren giebelfenstern. die beiden türdrücker an eingangstür und der tür vom bad zum schuppen. fenstergriffe für die badezimmerfenster (halbrosetten). ein abstandshalter bzw. feststeller, damit die nach außen aufschlagende haustür an der hauswand, ja genau, festgestellt werden kann. und die klinke keine delle in den putz schlägt.

vom elektriker: die drei seilsysteme, die über küchenzeile, tisch und an der westwand zwischen den balken für helligkeit sorgen sollen. eine ordentliche beschriftung des sicherungskastens. und eine erklärung dafür, warum dieses metallband, das zur erdung dient, sich da so seltsam am elektrokasten an der grundstücksgrenze herumschlängelt. so überirdisch unangeschlossen provisorisch irgendwie komisch. desweiteren aufklärung darüber, wie die außensteckdose geschaltet wird. und auch das außenlicht geschaltet werden würde, wenn wir lampen an die davor vorgesehenen kabel anschließen wollen irgendwann.

von dem mann für den außenbereich: ein konkreteres angebot, damit wir wissen, warum die wiederherstellung eines teils der terrasse so teuer ist.

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